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Tag der Gewaltlosigkeit

30. Sep 2026

Unbewaffneter und entwaffnender Frieden

pax christi fordert die politische Umsetzung eines „unbewaffneten und entwaffnenden Friedens“, wie dies Papst Leo XIV. einfordert, und einen echten innergesellschaftlichen Dialog über Wege zu einem gerechten Frieden und die Einübung in Soziale Verteidigung.

Die deutsche Sektion von pax christi erinnert an den Internationalen Tag der Gewaltlosigkeit, der 2007 von der UN-Generalversammlung beschlossen wurde. Er wird weltweit jährlich begangen am 2. Oktober, am Geburtstag von Mahatma Gandhi, der am 2. Oktober 1869 geboren wurde. Gandhi ist weltweit der Erste gewesen, der Aktive Gewaltfreiheit als Handlungsprinzip für das politische und gesellschaftliche Feld erschlossen hat. 

pax christi fordert die politische Umsetzung eines „unbewaffneten und entwaffnenden Friedens“, zu dem Papst Leo XIV. aufruft. Weltweit verstärkt sich eine Tendenz zu militärischer Eskalation. Krieg als Mittel der Politik normalisiert sich; ethische Kriterien, die solches zu begrenzen trachten, werden ausgehöhlt. Für pax christi bedeutet Konfliktbewältigung: das Bemühen um Dialog und Zusammenleben, um Verständigung und Diplomatie und als effizientes Mittel die Entwicklung einer Praxis der Aktiven Gewaltfreiheit.

Wenn pax christi sich für Aktive Gewaltfreiheit als zukunftsweisende Perspektive einsetzt, beziehen wir uns auf die Vision einer ultimativen Zeitenwende und auf die Hoffnung, die Jesus von Nazareth beseelt haben. „Keine Gewalt“: das ist die kürzeste Zusammenfassung seiner Bergpredigt.

pax christi fordert deshalb einen gesamtgesellschaftlichen Austausch darüber, was uns zum Frieden wirklich dient. Wichtig dabei ist, aus einer empathischen Grundhaltung heraus zu handeln mit Blick auf alle, die unter Kriegen zu leiden haben. pax christi beobachtet, dass in unserer Gesellschaft oftmals der gegenseitige Respekt für unterschiedliche Friedenspositionen fehlt und die Suche nach Gerechtem Frieden vielfach diskreditiert wird. 

Wir brauchen echten Dialog und Begegnung und sollten sie mit Hartnäckigkeit und Geduld suchen. Dialog ist für den Zusammenhalt von Menschen essenziell. Er schafft Raum für gegenseitiges Verstehen, baut Brücken zwischen Menschen und Völkern und ermöglicht, gemeinsame Lösungen zu finden. Deshalb hat pax christi das Projekt „dialogRÄUME – Weil Dialog zählt“ entwickelt (s. www.pax christi.de). Dialog ist ein wichtiges Instrument der Meinungsentwicklung und der Konsens- und Kompromissfähigkeit, der unsere Friedensfähigkeit stärkt. Es gilt dabei, keine Feindbilder aufzubauen bzw. zu verstärken, sondern die Haltung zu bestärken, sich zu weigern, Feind zu sein und andere als Feinde anzusehen. 

pax christi fordert die Einübung in Soziale Verteidigung. Denn: Krieg wird dann abgeschafft sein, wenn in Gewaltfreiheit gebildete und erfahrene Menschen, Gruppen und Völker auf einen kriegerischen Angriff nicht mehr kriegerisch reagieren. Stattdessen sind kreativ und mutig Wege zu finden, das Gewissen von genügend Menschen auf der gegnerischen Seite so anzusprechen, dass diese der kriegerischen Aggression ihre Unterstützung entziehen, sodass die Aggression erfolglos bleibt.

Wir sehen uns in unserer Sicht auf den Einsatz für Aktive Gewaltfreiheit bestärkt durch Papst Leo XIV.:
„Niemand ist ohne Verantwortung. Alle verfügen über einen eigenen Handlungsbereich, und genau dort – nirgendwo anders – sind wir aufgerufen, zu entscheiden, ob wir die Logik der Stärke nähren (und sei es nur durch Gleichgültigkeit, Zynismus, Lüge oder Hass) oder die Logik des Friedens hochhalten (mit Wahrheit, Besonnenheit, Nähe und Fürsorge).“ (s. Enzyklika Magnifica Humanitas, Nr. 212)